Die ausführliche Geschichte des Aquarien- und Terrarienvereins
Aquarien, und damit auch Aquarienfreunde, gab es in Burgdorf lange vor der Gründung des Aquarien- und Terrarienvereins Burgdorf. Regelmässig beteiligte sich damals eine Gruppe von zirka 15 Burgdorfer Aquarianern an den Zusammenkünften des Berner Aquarienvereins.
Die Gründung
In dieser Gruppe keimte denn auch der erste Gedanke an einen eigenen Verein.
Unter anderem spielte dabei eine Rolle, dass man sich die Fahrt nach Bern sparen wollte. So kam es, dass im Januar 1951 zur Gründung eines Burgdorfer Aquarienvereins eingeladen wurde. Das Einladungsschreiben ging an 53 Aquarianerinnen und Aquarianer aus Burgdorf und Umgebung. An diesem denkwürdigen Donnerstag, 18.
Januar 1951, versammelten sich schliesslich 28 interessierte
Aquarianerinnen und Aquarianer in der „Spanischen Weinhalle“ in Burgdorf und hoben den"Auarien- und Terrarienverein Burgdorf und Umgebung“ aus der Taufe. Erfahrungs- und Gedankenaustausch, Organisation von Vorträgen, von Tümpeltouren sowie von Fisch- und Pflanzenbörsen, schrieben sich die Gründer als
Vereinszweck auf die Fahne. Auch die Pflege der Kameradschaft sollte nicht zu kurz kommen. Der Jahresbeitrag wurde für Aktivmitglieder auf 10 Franken festgelegt. Jugendliche und Passivmitglieder zahlten 5 Franken.
Der erste Präsident
Zum ersten Präsidenten kürte die Gründungsversammlung den Oberburger Hans Schär. Der Aquarien- und Terrarienverein entwickelte unter seiner Leitung viel Initiative. Im zarten Alter von knapp mehr als einem Jahr führten die Burgdorfer Aquarianer 1952 ihre erste Ausstellung im Restaurant Casino durch. Nach diesem fulminanten Start wurde der Verein indessen schon bald auf eine harte Probe gestellt. 1954 verstarb Präsident Hans Schär unerwartet. Sein Tod liess den Verein in eine echte Krise schlittern, zumal auch noch der damalige Vizepräsident die Burgdorfer Aquarianer im Stich liess. Statt die Geschicke des Vereins in die Hand zu nehmen, zog es der Vize vor, den Verein zu verlassen. Die junge Gemeinschaft der Burgdorfer Aquarianerinnen und Aquarianer kamen dadurch an den Rand der Existenzfähigkeit. Die Zusammenkünfte fanden nur noch sporadisch statt und das Vereinsleben drohte vollends zu versanden. Da fassten sich die Mitglieder ein Herz und bestimmten Richard Schoepf zum provisorischen Vorsitzenden. Ihm gelang es schliesslich das Ruder herum zu reissen und die Gruppe zusammenzuhalten.
Richard Schoepf übernimmt das Ruder
Die logische Folge davon: An der Hauptversammlung vom 8. September 1955 wurde Richard Schoepf zum zweiten Präsidenten gekürt. Wie sich in den folgenden Jahren herausstellte, war dies eine kluge Wahl. Richard Schoepf stand dem Verein ganze 20 Jahre vor und hat damit dessen Entwicklung massgeblich mitgeprägt. Ein Zeichen für die Wiedererstarkung des Aquarien- und Terrarienvereins Burgdorf und Umgebung war die zweite Ausstellung, die schon im Jahre 1956 im Burgdorfer Restaurant Bären stattfand. Nicht zuletzt diesen grossen Ausstellungen war es zu verdanken, dass der Verein in der Bevölkerung schnell zu einem Begriff wurde. Dies wirkte sich positiv auf die Entwicklung der Mitgliederzahlen aus, welche am Ende von Richard Schoepf’s Amtszeit auf über 140 Aquarianerinnen und Aquarianern angewachsen
war.
Der grosse Wunsch
Der Verein knüpfte Kontakte zu befreundeten Aquarienvereinen im In- und Ausland. Als besonders prägend erwies sich die Beziehung zu den Zürcher Kollegen. Nach einem Besuch in deren Freilandanlage im „Hänsiried“ war der Wunsch der Burgdorfer, ebenfalls eine solche Anlage mit Weihern und eventuell gar einer Blockhütte zu besitzen, geweckt.
Nachdem im Hurstmoos bei Hindelbank ein idealer Platz für die Realisierung der Burgdorfer Freilandanlage gefunden worden war, gaben die Mitglieder an der Hauptversammlung 1966 grünes Licht für den Bau. Dies war die Geburtsstunde für das „Mösli“. Details zur Hurstmoos-Geschichte hier.
Noch während der Bauzeit konnte der Verein sein 20jähriges Bestehen feiern. Nach der Hauptversammlung 1971 beging man das Jubiläum mit einem Theater, Tanz und verschiedenen Darbietungen aus den Reihen der Mitgliedschaft. Die Freilandanlage Hurstmoos hatte zwischenzeitlich Form angenommen und das Blockhaus stand im Bau. Ein Jahr später, im Oktober 1972, konnte die Anlage samt Blockhaus eingeweiht werden. Nur kurze Zeit nach der Einweihung verstarb Urs Schläfli, der eigentliche Baumeister der Freilandanlage Hurstmoos, nach kurzer schwerer Krankheit.
Rücktritt nach 20 Jahren
Nach 20 verdienstvollen Jahren trat Richard Schoepf 1975 von seinem Amt als Präsident zurück. Mit der Ernennung zum Ehrenpräsidenten brachte der Verein die Wertschätzung seiner Taten zum Ausdruck.
Die Nachfolge trat Ernst Kyburz an. In seine Präsidialzeit fiel das 25jährige Bestehen, das mit einer grossen Ausstellung gefeiert wurde. Inspiriert durch einen Ausstellungsbesuch beim befreundeten Verein in Bayreuth (Deutschland) stellte der Verein seine bisher grösste Aquarienschau auf die Beine. 5575 Personen besuchten die Jubiläumsausstellung. Nach fünf Jahren Präsidium demissionierte Ernst Kyburz.
Als Nachfolger wählte die Hauptversammlung Ulrich Siegenthaler. Auch in seiner Amtszeit entwickelte sich der Verein äusserst erfolgreich - die Mitgliederzahl erreichte mehr als 140 Frauen und Männer. Ein ganz grosser Brocken, den er zu organisieren hatte, war die erste Weihersanierung im Mösli. Nach nur drei Jahren musste Ulrich Siegenthaler sein Amt aus beruflichen Gründen niederlegen.
Die Aera Aeschlimann
So standen an der Hauptversammlung des Jahres 1983 bereits wieder Präsidentenwahlen auf der Traktandenliste. Und einmalmehr hatten die Burgdorfer Aquarianer eine glückliche Hand. Einstimmig machten sie Toni Aeschlimann zu ihrem neuen Präsidenten. Ganze 27 erfolgreiche Jahre sollte er die Geschicke des Vereins in Händen halten. Entsprechend lang ist die Liste seiner grossen Verdienste um den Verein und um die Freilandanlage im Hurstmoos. Unermüdlich hat er sich dafür eingesetzt, die Burgdorfer Aquarianerinnen und Aquarianer zusammenzuhalten und das Vereinsleben vielfältig zu gestalten.
Auch er kam nicht umhin im Hurstmoos eine Weihersanierung durchzuführen. Schon bei der ersten Überholung der Anlagen hatte er die bauliche Federführung inne. Sein berufliches Know-how als Baufachmann und seine vielen Beziehungen im Baugewerbe kamen dem Verein stets zu Gute. Sein Fachwissen machte die Sanierungen technisch möglich und seine Beziehungen machten sie finanziell tragbar. Toni’s Führungsqualitäten liessen auch ungeübte Mitglieder zur richtigen Zeit am richtigen Ort zur Schaufel greifen.
Später kamen unter seiner Leitung die Renovationen des Blockhauses, der Holzhütte, der Wege und Brücken dazu. Kurz: Toni Aeschlimann hatte stets ein Herz für das Mösli, das nicht zuletzt durch seine Hege und Pflege das ist, was es heute darstellt. Dabei kamen die anderen Bereiche des Vereins nicht zu kurz. In seiner Amtszeit wurde beispielsweise auch die beliebte Fisch- und Pflanzenbörse eingeführt.
Wechsel an der Vereinsspitze
Dann, im März 2010 gab Toni Aeschlimann nach 27 erfolgreichen Vereinsjahren das Präsidium ab. Aus Dankbarkeit für all das, was er dem Verein in den langen Jahren Gutes angedeihen liess, kürten ihn die Mitglieder an der 59. Hauptversammlung zum Ehrenpräsidenten.
Seine Nachfolge trat Thomas Schütz an, der nach nur anderthalb Jahren das Amt nach Querelen im privaten Umfeld im August 2011 aufgab. An seiner Stelle nahm Vizepräsident Peter Walther, Bolligen, die Geschicke des Vereins in verdankenswerterweise an die Hand. Im obliegt die Leitung des Vereins vorerst bis zur Hauptversammlung im März 2012. (Stand August 2011)
Aufgezeichnet von Walter Steiner und Guido Pelli
