Die Geschichte eines kleinen Paradieses im Hurstmoos

 

Es war im Jahr 1965 als ein Besuch beim Zürcher Aquarienverein "Danio" bei den Burgdorfern den Wunsch nach einer Freilandanlag weckte. Der Begriff "Freilandanlage" stammt aus dem Vokabular der Aquarianer und meint eine Anlage in der freien Natur mit Weihern, Tümpeln und reicher Fauna und Flora. In den Weihern möglichst viel Kleingetier, das sich als Futter für die Fische im heimischen Aquarium eignet. Genau so eine Anlage besassen die Kollegen aus Zürich mit dem Hänsiried. Und dieser Tümpel, wie die Mitglieder des Aquarienvereins Danio ihre Anlage heute nennen, hat bis heute Bestand und ist damit so etwas wie der Pate der Anlage im Hurstmoos.

Wenn Wünsche war werden

Einen geeigneten Platz für die Burgdorfer Freilandanlage machten die Initianten des Aquarien- und Terrareinvereins im Heidmoos bei Hindelbank aus. Im südlichen Bereich bestanden bereits einige Tümpel, die allerdings schon beinahe verlandet waren. Schon zu diesen frühen Stunden im Werden des Hurstmooses keimte bereits der nächste Wunsch in den Herzen der Burgdorfer Aquarianern: Ein Blockhaus sollte die Anlage dereinst krönen.

Beschluss an der Hauptversammlung

Nur ein Jahr nach dem folgenschweren Besuch beim Aquarienverein Danio, beschloss die Hauptversammlung 1966 das Projekt Freilandanlage zu realisieren. Als Bauleiter wurde Urs Schläfli bestimmt, der zusammen mit Ernst Muster schon die Planung der Anlage und den Bau eines Modells an die Hand genommen hatte. Zuvor musste man aber mit der Landbesitzerin, der Burgergemeinde Hindelbank, und schliesslich auch mit der politischen Gemeinde Hindelbank übereinkommen, damit die Pläne überhaupt umgesetzt werden konnten. Im Februar 1967 kam schliesslich ein Vertrag mit der Burgergemeinde zu Stande und der Verein erhielt grünes Licht für sein Vorhaben. Die letzte Hürde schaffte die Hauptversammlung des Aquarien- und Terrarienvereins am 11. März 1967 aus dem Weg. Die Versammlung stimmte dem Bau der Freilandanlage im Heidmoos zu. So konnte auf der Parzelle Nr. 632 der Einwohnergemeinde

Hindelbank (Burgergut) der Traum der Vereinsmitglieder in die Realität umgesetzt werden. Am 19. September 1969 wurde dann auch der Bau des Blockhauses von der Burgergemeinde genehmigt.

Heidmoos - Hurstmoos

Der Name "Hurst" gehörte ursprünglich zum Wald, der das Heidmoos umgibt. Zum Hurstwald nämlich. Doch soll der südlich Teil des Heidmooses, da wo heute die Freilandanlage steht, schon früher als Hurstmoos bezeichnet worden sein. Jedenfalls gilt der Name Hurstmoos seit den Anfängen der Freilandanlage und heute kennt kaum jemand diesen Teil des Flachmoores unter einem anderen Namen. Soviel zur

Namensgebung der Freilandanlage, die längst auch schlicht als "Mösli" bekannt ist.

Der Traum wurde zeitweise beinahe zum Albtraum

Auf die Mitglieder des Vereins wartete viel Arbeit. Bald zeigte sich, dass sich der Traum der eigenen Freilandanlage nur mit sehr viel Muskelkraft und Schweiss erkaufen liess. Unermüdlich waren Urs Schläfli und seine Mannen beinahe Tag und Nacht im Einsatz. Fast bis zur Erschöpfung wurde gepickelt und geschaufelt - das Meiste von Hand. Bauleiter Urs Schläfli war es denn auch, der seine Kolleginnen und Kollegen immer wieder neu motivieren musste. Denn, manch einem geriet der Traum der Freilandanlage im Laufe der Zeit zum Albtraum. Ganze sechs Jahre

dauerte die "Schinderei" bis erreicht war, was man sich erträumt hatte.

Einweihung im Ende 1972

Im Oktober 1972 war es geschafft. Die Anlage samt Blockhaus konnte eingeweiht werden. Sechs Jahre Bauzeit mit einem Aufwand von zirka 8950 Arbeitsstunden waren schliesslich nötig gewesen, um sich den Traum von der eigenen Freilandanlage zu erfüllen. Eine Anlage, die für immer mit dem Namen Urs Schläfli verbunden bleiben wird. Beharrlich hatte er den Bau vorangetrieben, entschlossen das Werk zu einem guten Ende zu bringen. Immer wieder gelang es ihm, die Mitglieder, neu zu motivieren.

Selber konnte Urs Schläfli das Mösli nie richtig geniessen. Im Winter

1972/73, kurz nach der Einweihung, erkrankte er so schwer, dass den Frühling nicht mehr erlebte. Der Verein wird ihm für seine grosse Arbeit

immer dankbar sein.

Neue Herausforderungen

Keine zehn Jahre nach der Einweihung, stellte die Anlage die Mitglieder erneut auf eine harte Probe. Die Weiher drohten wieder zu verlanden und der Verein startet eine gross angelegte Sanierung der Anlage.

 

Die ganze Geschichte des Aquarien- und Terrarienvereins Burgdorf finden Sie hier

 

 

 

 

 

 

 

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Aufgezeichnet von Walter Steiner und Guido Pelli (2010)

Urs Schläfli

Urs Schläfli im Februar 1967 bei der Vermessung der Weiher im Hurstmoos. Er hatte die Bauleitung inne.

 

Urmoos

Das Hurstmoos wie es sich im Mai 1967 präsentierte - es stand kurz vor der Verlandung.

 

Richard SchoepfRichard Schoepf, der damalige Präsident. beim Ausheben des ersten Weihers.

 

BaustelleDie Blockhütte nimmt langsam Formen an und lässt bereits das spätere Aussehen erahnen.

 

AufrichteDie Aufrichte steht kurz bevor.

 

EinweihungEinweihung der Blockhütte im Oktober 1972 mit geladenen Gästen.



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